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Resistenzforschung


Pflanzen leben zusammen mit Viren, Bakterien, Pilzen, Kleintieren und auch Säugetieren in einem eng verzahnten Ökosystem. Jedes Lebewesen hat hier seinen Platz und versucht diesen gegen Konkurrenten zu behaupten. Mit dem Kultivieren von Nutzpflanzen hat der Mensch stark in dieses System eingegriffen, um denjenigen Pflanzen Wachstumsvorteile zu verschaffen, die für ihn als Nahrungsgrundlage dienten. Dies war in früheren Jahrhunderten nur möglich durch Ausmerzen kranker Pflanzen und Pflanzenteile sowie durch Abmähen oder Ausreißen unerwünschter Nachbarpflanzen. Besonders wichtig waren schon immer Schutzmaßnahmen, die andere Pflanzenfresser von den Nutzpflanzen fernhalten sollten. Das war zuerst ein Umzäunen des Pflanzenbestandes, womit der Garten "erfunden" war. Kleine tierische Schädlinge, die sich über den Zaun hinwegsetzen konnten, mußten gefangen oder abgesammelt werden. Außerdem wählten die Gärtner schon immer die gesündesten Pflanzen für ihre Nachzucht aus, was man heute als Resistenzzüchtung bezeichnet. Um die Jahrhundertwende kamen erste Spritzbrühen auf, mit deren Hilfe man unerwünschte Krankheiten an Nutzpflanzen eindämmen konnte. Dies führte zu einer rasanten Entwicklung der Pflanzenschutzindustrie, die bis heute eine Fülle von Mitteln synthetisiert hat, mit denen Pflanzen gesund zu erhalten sind. Während bis Ende der sechziger Jahre die Begeisterung über die zuverlässige Wirkungsweise jede Skepsis überwog, mehrten sich in den Siebzigern die Zweifel an der uneingeschränkten Nutzung solcher Pflanzenschutzmittel. Einerseits zeigten sich erste Gefahren für den Menschen, aber auch Nützlinge verschwanden. Zunehmend wurde bekannt, daß sich manche Schadorganismen auch an die Pflanzenschutzmittel angepaßt hatten und mit immer neuen Präparaten bekämpft werden mußten. Im Vordergrund steht nun die Erforschung natürlicher Gegenspieler - vor allem von Insekten und Milben. Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt ist die befallene Pflanze selbst. Denn in den meisten Fällen ist bislang völlig unklar, auf welche Weise sich Pflanzen aus eigener Kraft gegen Feinde schützen können. Diese wechselnden Erfordernisse der Praxis haben zu allen Zeiten die Pflanzenschutzforschung am Lehrstuhl geprägt.