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Resistenzforschung

Pseudomonas - der Bakterienbrand an Steinobst


Die zwei Bakterienarten Pseudomonas syringae und Pseudomonas morsprunorum sind in ganz Europa und in den USA weit verbreitet und verursachen die wichtigste Bakteriose an Steinobst, den sogenannten Bakterienbrand. Sie kam in Deutschland zunächst vorwiegend an anfälligen Sauerkirschen-Sorten vor, erlangt aber mittlerweile auch Bedeutung bei Süßkirschen. Aufgrund dieser Krankheit, die durch feuchtes Klima begünstigt wird, ist in England der Süßkirschanbau auf ein Minimum zusammengeschrumpft.

Symptome

Die wichtigsten Symptome sind im Rindenbereich anzutreffen. Je nach Sorte und Befallsstärke treten Rindenbrand (eingesunkene, dunkle Rindenpartien) und Rindenkrebs auf. Als Krebs bezeichnet man Wucherungen, die versuchen, eine Befallsstelle zu überwallen. Eine häufige Begleiterscheinung der Krankheit ist Gummifluß, der direkt an den Schadstellen aber auch an äußerlich gesunden Rindenpartien entstehen kann. Werden Astgabeln oder Veredlungswülste befallen, sterben die darüberliegenden Baumteile vollständig ab. Im Unterschied zur Valsa kann man bei Pseudomonas-Infektion auch auf Blättern Symptome beobachten. 2-3 mm große, runde nekrotische Flecken, oft von einem leicht chlorotischen Hof umgeben, führen zu einem schrotschußartigen Erscheinungsbild. Weniger bei Süß- als vielmehr bei Sauerkirschen kommt ein Befall von Jungtrieben, Knospen oder Früchten vor.

Der Infektionsverlauf

Vor allem im Herbst dringen Bakterien durch offene Wunden in die Rinde ein. Doch erst im Frühjahr sind Symptome zu sehen. In dieser Jahreszeit findet zusätzlich ein Befall von Blüten, Jungtrieben und Früchten statt. Das Bakterium überdauert im Sommer auf Blättern. Zur Infektion sind unbedingt Wunden (Blattnarben, Risse) oder Spaltöffnungen erforderlich. Hohe Luftfeuchte und eine Temperatur von 23-28 ° C begünstigen den Befall. Das Bakterium kann aber in einer Temperaturspanne von 0-36 ° C wachsen. Feuchte Klimazonen mit relativ warmen Wintermonaten begünstigen die Ausbreitung der Krankheit. So sind in Deutschland vor allem Kirschen im Alten Land bei Hamburg gefährdet, während in kontinentalem Klima weniger Probleme mit dem Bakterienbrand auftreten.

Bekämpfung

Die aus der Medizin bekannte Bekämpfung von Bakterien mit Antibiotika ist in Deutschland nicht zugelassen. Fungizide reduzieren zwar teilweise den Bakterienbesatz der Blätter, rotten die Krankheit jedoch nicht aus. Der Resistenzzüchtung kommt daher eine wichtige Bedeutung zu.