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Resistenzforschung

Blattlausbekämpfung mit wenig Pflanzenschutzmittel


In der Baumschule wird von Obstunterlagen ein rasches Wachstum erwartet. Blattläuse können dieses aber verhindern. Durch einen starken Blattlausbefall können die jungen Bäume sogar bis zur Unbrauchbarkeit verkrüppelt werden. Außerdem treten diese saugenden Insekten als Überträger von gefürchteten Viruskrankheiten auf, denn Blattläuse sind sogenannte Virus-Vektoren. Da die Bekämpfung durch Blattspritzungen in den 50er Jahren relativ schwierig war, und schon Erkenntnisse vorlagen, daß einige Insektizide von der Wurzel aufgenommen werden können, sich in der Pflanze ausbreiten und dann die ganze Pflanze schützen (systemische Insektizide), lag es nahe, die Wurzeln vor dem Pflanzen mit solchen Mittel zu behandeln. Zur Erleichterung des Anwachsens war es in den Baumschulen sowieso schon üblich, die Wurzeln in einen zähflüssigen Lehmbrei einzutauchen.

In einem Versuch 1956 wurden daher diesem Lehmbrei einige Mittel zugesetzt und zwar in Konzentrationen, die weit unter den Empfehlungen des Herstellers lagen. Es wurden insgesamt 2160 Apfel-, Birnen-, Zwetschen- und Kirschunterlagen behandelt. Bei Metasystox waren zufriedenstellende Wirkungen zu verzeichnen. Auch Pirimin schien über die Wurzel aufgenommen zu werden und den Blattlausbefall ausreichend zu verhindern. Bereits ein Zehntel der vom Hersteller empfohlenen Aufwandsmenge reichte bei Metasystox für eine wirksame Blattlausbekämpfung bei F12/1 aus. Gleiche Erfolge wurden bei Limburger Vogelkirsche erst mit 0,5 bis 1% Metasystox erreicht, was auf eine unterschiedliche Stoffaufnahme oder eine verschieden schnelle Abbaurate der Substanz in den Kirschunterlagen hinweist. Somit kann abhängig von der Pflanzenart bzw. Sorte die Aufwandmenge drastisch reduziert werden. Dies zeigt, wie wichtig eine genaue Kenntnis des typischen Verhaltens spezieller Kulturpflanzen und Sorten ist und wie mit dieser Kenntnis Pflanzenschutzmittel eingespart werden können.